In der Abfallpolitik der Stadt Kassel steht die Vermeidung statt Verwertung
von Abfällen im Vordergrund. Deshalb setzen wir auf Beratung von Verbrauchern, Industrie, Handel und Gewerbe durch die Stadtreiniger. Die im Juli 1992 von Sozialdemokraten eingeführte kommunale Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen, die ein erfolgreiches Mittel gegen die Müllflut und ein Modell für viele andere Städte war, wurde leider aufgrund einer Klage einer großen Fastfood-Kette vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben.
Nach der Vermeidung und Verwertung stehen wir aus ökologischer Sicht für die thermische Restmüllbehandlung. Das Müllheizkraftwerk (MHKW) produziert Strom- und Fernwärme und erfüllt mit modernster Verbrennungs-
und Filtertechnik die strengsten in Europa geltenden Grenzwerte. Durch erfolgreiche Verhandlungen mit dem Landkreis Kassel, den Landkreisen Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf ist eine Auslastung des MHKW für die
nächsten Jahre gesichert. Damit konnte eine weitere Gebührenerhöhung zu Lasten der Bürger in Kassel verhindert werden.
Als klar war, dass Gesundheitsgefahren von der Biokompostierungsanlage
im Stadtteil Niederzwehren nicht auszuschließen sind, wurde die Anlage auf Initiative der SPD-Fraktion unbürokratisch geschlossen. Der Bioabfall wird inzwischen in einer Anlage in Göttingen verarbeitet. Im Gegenzug liefert Göttingen Restabfall in MHKW.
Auf Initiative der SPD wurde eine einzelvertragliche Regelung mit der Bundstift-Recycling-Werkstatt
und den Stadtreinigern zur umweltfreundlichen Entsorgung sogenannter Weißer Ware erreicht. Dies sichert Arbeitsplätze sowie schafft neue Ausbildungsplätze für Jugendliche.
Zum ersten Mal wurde im Dezember 1999 auch
der neu geschaffene Preis für bürgerschaftliches Engagement im Abfallbereich
an Gruppen und Privatpersonen durch Bürgermeister Groß überreicht. In Jahr 2000 haben noch mehr Initiativen und Einzelpersonen an der Aktion teilgenommen. In einer Feierstunde mit Preisverleihung wurde im Dezember 2000 deshalb das Umweltbewusstsein und Engagement der Bürgerinnen und Bürger gewürdigt.
Im Jahre 2001 wird in der Stadt Kassel ein Modellversuch zur Erfassung von biologisch abbaubaren Werkstoffen
(BAW) in Form von Lebensmittelver packungen und anderen Verpackungen durchgeführt. Die Verpackungen werden mit einem separaten Logo - abweichend vom DSD-Logo - versehen und sollen über die Biotonne entsorgt werden. Der Modellversuch ist weltweit einmalig und soll zur Dokumentation der potenziellen Entsorgung von kompostierbaren Ver- packungen bzw. kompostierbaren Werkstoffen über die Bioabfalltonne beitragen.